Aktuelles - Dr. Hans-Ulrich Rülke, MdL

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Ihr
Hans-Ulrich Rülke

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SWR aktuell zum Entlassungsantrag zu Wissenschaftsministerin Bauer (13.09.2018)

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Mesut Özil, Recep Erdogan, eine WM-Pleite und ein Lehrstück über angeblichen Rassismus in Deutschland

Die vergangenen Wochen haben Deutschland eine Rassismus-Debatte beschert. Die Emotionen schlugen hoch, böse Vorwürfe wurden erhoben, und die meisten Beteiligten führten diese Debatte mit Schaum vor dem Munde, so dass viele am politischen Leben Beteiligte sich sorgsam in die Ackerfurche duckten, um nicht selber in die Kritik zu geraten. Ich bin dennoch davon überzeugt, dass es notwendig ist, sich in diese Debatte einzubringen, sich auch nicht mit der Rassismus-Keule niederknüppeln zu lassen, sondern diese Diskussion mit der notwendigen sachlichen Argumentation anzunehmen. Dass solche Diskussionen über viele Jahre tabuisiert worden sind hat nämlich maßgeblich dazu beigetragen, dass jene aus ihnen Honig saugen, die solche Debatten letztendlich für ihre rechte politische Hetze zu missbrauchen trachten.

Zur Vorgeschichte gehört, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eben nicht nur ein Team von Fußballern ist, die einem runden Ball nachjagen, der in ein eckiges Tor soll. Die Erfolge und Misserfolge dieser Mannschaft und auch ihr Auftreten vor dem Anpfiff und nach dem Schlusspfiff haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem für das ganze Land relevanten psychologischen und letztlich auch politisch bedeutsamen Faktor entwickelt. Das Auftreten der Spieler steht im Fokus der Öffentlichkeit. Tausende, wenn nicht Millionen möchten sich mit der Mannschaft bzw. einzelnen Spielern identifizieren. Nur so erklären sich auch die hohen Gehälter, die von Menschen über Eintrittskarten, Fanartikel, Pay-TV-Gebühren etc. aufgebracht werden, die teilweise nur ein Tausendstel dessen verdienen, was ein Nationalspieler verdient. Dazu gibt es auch keine Neid-Debatten wie bei Dax-Vorständen, obgleich die Nationalelf nicht messbar zum BIP beiträgt. Diese Mannschaft und die Identifikation der Bevölkerung mit den Spielern sind eine Angelegenheit von höchstem öffentlichen Interesse. Deshalb kann man solche Debatten auch nicht allein dem DFB überlassen, und deshalb sind solche Debatten auch elementar politisch.

Wenn nun behauptet wird, die deutsche Staatsangehörigkeit sei eine zwar notwendige aber auch gleich schon hinreichende Voraussetzung für eine Rolle in der Fußball-Nationalelf, so greift dies erkennbar zu kurz. Abgesehen von der Tatsache, dass jedes Spielfeld etwas eng für 82 Millionen Nationalspieler wäre, so sind doch gewisse fußballerische Fähigkeiten, die nicht jedem Bundesbürger zu teil wurden, wohl zusätzlich vonnöten. Aus meiner Sicht ist es aber damit immer noch nicht getan. Wenn diese Mannschaft eine psychologisch-politische Rolle spielt, wenn Millionen ihr sauer Erspartes dafür opfern, dass Nationalspieler in jene Einkommenskategorien vorrücken, in denen sie sich nun mal befinden, dann muss man von einem Nationalspieler auch eine gewisse Haltung auf dem Platz und außerhalb des Platzes erwarten können. Das galt für Harald Schumacher und sein berühmtes Foul im Jahre 1982, für Stefan Effenberg und seine legendäre Geste wie auch für Kevin Großkreutz und sein Verhalten in einer Hotellobby in angetrunkenem Zustand, um es vorsichtig zu formulieren. Dass Effenberg und Großkreutz auf Grund ihres Verhaltens keine weitere Berücksichtigung in der Nationalelf mehr fanden traf nach meinem Eindruck auf allgemeines Verständnis. Insofern ist also die These, jeder Deutsche eigne sich durch seine Staatsangehörigkeit auch für die Nationalmannschaft schlicht und ergreifend falsch.

Insofern ist es auch nicht egal, ob ein Spieler vor einem Spiel der Nationalmannschaft beim Abspielen der Nationalhymne mitsingt oder nicht. Die Übertragung eines Spiels beginnt nämlich nicht mit dem Anpfiff, sondern deutlich vorher. Und wenn die Nationalhymne gespielt wird, dann wird jeder einzelne Spieler ins Bild gerückt, und Millionen Menschen betrachten sehr genau, wie dieser Spieler sich nun verhält. Das Mitsingen der Hymne ist keine läppische Marotte, sondern Ausdruck eines Bekenntnisses zu dem Land, dessen Nationaltrikot man trägt. Im Falle unserer Nationalelf auch zu den Werten des Grundgesetzes. Nun argumentieren manche mit der Historie. Ein Paul Breitner und ein Sepp Maier hätten damals auch nicht gesungen. Das mag wohl sein. Aber die Zeiten haben sich geändert. Diese Form eines Bekenntnisses zu dem Gemeinwesen, das man vertritt ist im Laufe der Jahrzehnte immer mehr üblich geworden. Zu Breitners Zeiten haben andere Mannschaften auch nicht gesungen. Zu Breitners Zeiten haben die Menschen auch nicht während der großen Turniere Fähnchen ans Auto geheftet. Und es war dann der ehemalige Nichtsänger Franz Beckenbauer, der bei Amtsantritt als Bundestrainer im Jahre 1984 erstmals von allen Spielern das Mitsingen der Nationalhymne verlangt hat. Man vergleiche nur den Auftritt der Équipe Tricolore mit dem unserer Nationalelf. Didier Deschamps machte die klare Ansage: Wer in dieser Mannschaft spielen möchte, der hakt sich mit den anderen zehn unter und singt die Marseillaise, wenn sie vor dem Spiel erklingt! Diese Ansage scheint die Wettbewerbsfähigkeit der Franzosen zumindest nicht entscheidend beeinträchtigt zu haben.

Nun gibt es manchen Lordsiegelbewahrer des Liberalismus, der immer genau definieren kann, was andere Liberale sagen dürfen und was nicht. Es sei doch zutiefst illiberal, von einem Fußballspieler zu erwarten, dass er auch noch singe. Richtig! Das erwartet auch keiner. Wenn aber ein Spieler in der Nationalelf antreten möchte, dann ist dies angesichts des öffentlichen Interesses als Zeichen der Loyalität zumutbar. So sehen es zumindest unsere französischen Nachbarn und auch eine ganze Menge anderer. Das ist auch kein Entzug von Freiheitsrechten, denn eine Fußball-Nationalmannschaft ist kein Diskussionskränzchen, das auf der Suche nach dem herrschaftsfreien Diskurs im Sinne von Rousseau ist. Da gibt es einen Chef der klare Vorgaben macht. Nämlich den Bundestrainer. Wenn einer ausgewechselt wird, dann kann der auch nicht sagen, er bleibe aber lieber im Spiel. Wenn der Bundestrainer sagt es wird 4-3-3 gespielt, dann kann die Mannschaft nicht beschließen, es werde aber 4-4-2 gespielt. Und deshalb kann ein Nationaltrainer von einem Spieler auch verlangen, vor dem Spiel die Hymne zu singen.

Joachim Löw hat das in Bezug auf Mesut Özil nie getan. Vielen fiel dies über die Jahre immer wieder auf, und es führte zu Diskussionen. Der Bundestrainer hat das immer wieder öffentlich begründet. Özil fühle sich als Deutscher und als Türke. Der Respekt vor seinen türkischen Wurzeln verbiete es ihm, die deutsche Hymne zu singen. Dies wurde jahrelang akzeptiert. Von vielen aber nur zähneknirschend, weil man sich fragte, wie groß denn der Respekt vor dem Land sei, dessen Hymne er nicht singen wollte. Mesut Özils Haltung hätte man vermutlich weiter akzeptiert. Auch bei der Weltmeisterschaft 2018 und auch angesichts des Scheiterns der Mannschaft. Es ist nämlich schlicht eine Legende, dass böse Rassisten den armen Türken zum Sündenbock gemacht hätten, nachdem die Mannschaft in der Vorrunde gescheitert sei. Die Kritik an Özil (und auch an Gündogan) kochte nämlich genau zu dem Zeitpunkt hoch, als beide mit dem Despoten vom Bosporus für Fotos posierten, um diesem Diktator im Wahlkampf zu helfen. Und das war vor und nicht nach dem Turnier! Damals wusste noch niemand, welche Leistung ein Mesut Özil in Rußland bringen würde und wie weit die Mannschaft kommen wird. Özils weinerliches Gejammere, er sei ein Deutscher, wenn er Erfolg habe, aber ein Türke, wenn der Erfolg ausbleibt ist blühender Unsinn. Natürlich haben sich an ihm auch Rassisten abgearbeitet. Und diese rassistische Kritik ist auf Schärfste zurückzuweisen. Die Herren Grindel und Bierhoff haben sich dumm und ungeschickt verhalten. Es ist auch schofel, sich vor dem Turnier vor einen Spieler zu stellen, um ihn hinterher für den selben Vorgang zu kritisieren. Aber es ist absurd, die beiden als Rassisten zu brandmarken. Das ist der durchsichtige Versuch von Mesut Özil und seinem Umfeld, sich in eine Opferrolle hineinzumanövrieren, um die berechtigte Kritik an seiner Person zu unterlaufen.

Faktum ist nun mal, dass ein deutscher Nationalspieler, der mit Rücksicht auf die Türkei die deutsche Nationalhymne verweigert, nicht auf die Idee gekommen ist, mit Rücksicht auf Deutschland, das Posieren mit dem Despoten zu unterlassen. Noch dazu jener Despot, der wie kein anderer, diese Bundesrepublik Deutschland aufs Übelste beschimpft und beleidigt hat. „Ihr seid alles Faschisten!“ So Erdogan. „Deutschland ist ein Nazi-Staat“ Auch Erdogan. Und das galt nicht den berühmten tausend Jahren, sondern unserem heutigen Staatswesen. Kann es da wirklich verwundern, dass sich für all jene, die jahrelang Özils Auftritt vor dem Spiel zähneknirschend betrachtet haben der Kreis geschlossen hat? Die Schlussfolgerung lag doch nahe, dass es eben nicht jahrelang zwei Loyalitäten gab, sondern immer nur eine. Nämlich die zum Despoten vom Bosporus. Und dass der einzige Grund für die Entscheidung für die deutsche Nationalmannschaft war, dass sich eine Rolle in dieser aufs eigene Bankkonto günstiger auswirkt, als eine Rolle in der türkischen Nationalelf. Genau dies hat Özil bei vielen Menschen ausgelöst, und das ist nach Lage der Dinge auch wenig verwunderlich.

Integration hat zwei Seiten. Es gibt eine Holschuld der aufnehmenden Gesellschaft. Aber es gibt auch eine Bringschuld dessen, der aufgenommen werden will. Mesut Özil hat an dieser Stelle schlicht versagt. Er wurde zur Symbolfigur jener leider zahlreichen türkischstämmigen Mitbürger, die in Deutschland – oder auch England – in Freiheit leben und alle Rechte und Annehmlichkeiten einer offenen Gesellschaft in Anspruch nehmen; gleichzeitig aber jenen, die in der Türkei geblieben sind, einen maßlosen, menschenverachtenden Diktator verordnen wollen, der Freiheitsrechte mit Füssen tritt und Deutschland herabwürdigt. So kann Integration beim besten Willen nicht funktionieren. Und es hat nichts, aber auch gar nichts mit Rassismus zu tun, dies den Özils dieser Welt auch vorzuwerfen. Rassismus ist, wenn die AfD in Baden-Württemberg der Landtagspräsidentin Muhterem Aras das Recht abspricht, sich zur deutschen Geschichte zu äußern, weil sie nicht in Deutschland geboren ist. Frau Aras hat bewiesen, dass sie sich in diese Gesellschaft integriert hat. Sie hat sich alles im Leben selbst erarbeitet, und ihr Bekenntnis zu den Werten des Grundgesetzes und zu dem Land, das sie repräsentiert steht außer Zweifel. Sie auf Grund ihrer Geburt ausgrenzen zu wollen ist ein infamer Akt. Sie gehört erkennbar dazu. Mesut Özil hingegen hat sich selbst ausgegrenzt, indem er deutlich gemacht hat, dass ihm der Despot vom Bosporus näher steht, als das Land, dessen Nationaltrikot er getragen hat.

Muhterem Aras ist ein Beispiel für eine gelungene Integration. Sie ist ihrer Bringschuld gerecht geworden, indem sie sich in dieser Gesellschaft empor gearbeitet hat und sich gleichzeitig unmissverständlich zu den Werten dieses Landes bekennt. Aber diese Gesellschaft ist auch ihrer Holschuld gerecht geworden, indem sie integriert wurde und einen für eine Migrantin beispielhaften Aufstieg ermöglichte. Mesut Özil hingegen hat in seiner Bringschuld versagt. Er hat diesem Land jene Loyalität verweigert, die er lieber einem gemeinen Potentaten zu Füßen gelegt hat. Es hat in diesem Fall eben nicht an einer mangelnden Integrationsbereitschaft unserer Gesellschaft gelegen, sondern allein an ihm selbst!

Was lernen wir nun aus dieser Affäre? Zunächst, dass der DFB versagt hat. Der Integrationsbeauftragte des DFB Cacau hat in einem bemerkenswerten, einem ebenso klugen wie mutigen Interview mit den Tagesthemen den Verantwortlichen ins Stammbuch geschrieben, dass sie inkonsequent waren. Man habe keine klaren Vorgaben gemacht, die man dann auch konsequent hätte umsetzen können. So ist es! Doch wie könnte eine solche klare Vorgabe aussehen? Entweder hätte man Mesut Özil nach dem Auftritt mit Erdogan vor die Wahl stellen können: Entschuldige Dich oder bleibe zu Hause. Oder aber man hätte schon weit vorher ansetzen müssen. Nämlich mit der klaren Ansage: Wer in dieser Mannschaft spielen möchte, der soll auch als Symbol der Loyalität zu diesem Land vor den Augen eines Millionenpublikums die Nationalhymne singen. Es hätte dann drei Möglichkeiten gegeben. Özil hätte erklärt, dieses Land gehe ihm derart gegen den Strich, dass man dies von ihm nicht erwarten könne. Dann hätte man auf ihn verzichtet und sich Jahre später diese Affäre erspart. Oder er hätte sich dazu bereit gefunden; meinetwegen widerstrebend. Dann hätte er möglicherweise vor dem Termin mit dem Despoten nochmals nachgedacht. Oder er hätte das Foto mit dem Despoten dennoch gemacht. Dann wären die Reaktionen aber nicht so heftig ausgefallen, weil man ihm dann eher geglaubt hätte, dass tatsächlich zwei Herzen in seiner Brust schlagen.

Der Kapitän der Nationalelf Manuel Neuer hat sich vor einigen Tagen nach langem Schweigen geäußert. Künftig wolle man wieder auf Spieler setzen, für die es eine Ehre sei, für Deutschland zu spielen. Das hat er gesagt. Unschwer erkennbar, was und wen er gemeint hat. Ich bin sicher, dass Joachim Löw und der DFB beim nächsten Länderspiel, dem ersten nach dem WM-Debakel, dem ersten Länderspiel nach Özil, genau daran keinen Zweifel mehr aufkommen lassen wollen. Und deshalb werden bei diesem nächsten Länderspiel alle elf Spieler, vor dem Anpfiff auf dem Platz die Nationalhymne singen, ohne Ausnahme! – wetten?

24-Stundenlauf in Winnenden für den guten Zweck (22.07.2018)


Großes SWR Sommerinterview (21.07.2018)

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Landtagsdebatte zum Stuttgarter Dieselfahrverbot (18.07.2018)

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SWR aktuell zum Dieselfahrverbot (18.07.2018)

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Bericht von Baden-TV zur Kulturhauptstadtsdebatte (03.07.2018)

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Beitrag von Baden-TV zur Pforzheimer Kita-Debatte (28.06.2018)

Baden-TV berichtete gestern über die Pforzheimer Kita-Debatte. Mein Statement finden Sie ab 01:40 min.
"Wenn der SPD-Kreisvorsitzende die Kinder des OB in den politischen Kampf hinein zieht, dann ist eine Grenze überschritten."

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